Flächendesinfektion richtig: Wischen oder Sprühen?
Wischen oder sprühen, wie lange einwirken, richtig dosieren? Der kompakte Praxis-Leitfaden für die Flächendesinfektion im Gewerbe, mit Checkliste und den häufigsten Fehlern.
Bei der Flächendesinfektion gilt eine einfache Grundregel: wischen statt sprühen. Die Wischdesinfektion verteilt das Mittel gleichmäßig, erreicht jede Stelle und vermeidet Sprühnebel, sie ist in fast allen Betrieben der richtige Weg. Damit die Desinfektion wirkt, kommt es dann auf drei Dinge an: das richtige (VAH-gelistete) Mittel, die korrekte Dosierung und die vollständig eingehaltene Einwirkzeit. Dieser Leitfaden zeigt, wie Sie Flächen im Gewerbe sicher und wirtschaftlich desinfizieren.
Wischen oder Sprühen, was ist richtig?
Die Wischdesinfektion ist der Standard. Durch das Wischen wird das Mittel mechanisch auf der gesamten Fläche verteilt und gleichzeitig loser Schmutz aufgenommen. Das flächige Sprühen direkt auf die Oberfläche hat dagegen klare Nachteile: Es entsteht Aerosol, das eingeatmet wird, das Mittel verteilt sich ungleichmäßig, und der Verbrauch steigt unnötig.
Sprühen ist nur dort sinnvoll, wo sich eine Stelle nicht abwischen lässt, etwa an schwer zugänglichen Geräteteilen. Die Praxisregel lautet: Mittel auf das Tuch geben, nicht in die Luft sprühen. So arbeiten Sie gezielt, sparsam und sicher.
Wischdesinfektion (Standard)
- Mittel wird mechanisch auf der ganzen Fläche verteilt
- nimmt losen Schmutz gleich mit auf
- kein Aerosol, besser für die Atemwege des Personals
- sparsamer Verbrauch, kontrollierbare Benetzung
Sprühdesinfektion (Ausnahme)
- Aerosol entsteht und wird eingeatmet
- Mittel verteilt sich ungleichmäßig, Benetzungslücken
- höherer Verbrauch, höhere Kosten
- nur für schwer zugängliche Stellen sinnvoll
Wischdesinfektion Schritt für Schritt
So führen Sie eine Flächendesinfektion sauber durch:
Am Anfang steht die Vorreinigung, und sie ist wichtiger, als viele denken: Sichtbarer Schmutz und Fettfilme legen sich wie eine Schutzschicht über die Keime, und ein Desinfektionsmittel, das gar nicht bis zur Oberfläche durchdringt, kann auch nicht wirken. Erst wenn grob vorgereinigt ist, wird das Mittel korrekt angesetzt, mit Dosierhilfe und in der Konzentration, die Reinigungsplan oder Hersteller vorgeben, nicht nach Augenmaß.
Beim Auftragen kommt es auf die vollständige Benetzung an: In gleichmäßigen Bahnen wischen, sodass die gesamte Fläche durchgehend feucht glänzt, denn eine übersprungene Stelle bleibt unbehandelt. Dann folgt der Schritt, an dem die meisten scheitern, das Abwarten der Einwirkzeit. Die Fläche muss über die gesamte angegebene Zeit feucht bleiben und darf auf keinen Fall vorher trockengewischt werden, sonst bricht die Desinfektion mittendrin ab. In lebensmittelnahen Bereichen wird nach Ablauf der Einwirkzeit mit klarem Wasser nachgespült, damit keine Rückstände auf Arbeitsflächen zurückbleiben.
Wie oft desinfiziert werden muss, hängt von der Branche ab, Details dazu im Beitrag Desinfektionsintervalle je nach Branche. Welche gesetzlichen Vorgaben dahinterstehen, ordnet unser Überblick zu den Hygienestandards ein.
Konzentrat richtig dosieren
Die richtige Dosierung entscheidet über Wirkung und Kosten zugleich. Zu niedrig dosiert wirkt das Mittel nicht zuverlässig, zu hoch dosiert verursacht Rückstände und unnötige Ausgaben. Das Mischen nach Gefühl ist der häufigste Fehler in der Praxis, und er lässt sich mit einfachen Mitteln vermeiden: Dosierflaschen, Dosierpumpen oder automatische Dosiergeräte nehmen dem Personal das Schätzen ab und liefern jedes Mal dieselbe geprüfte Konzentration.
Wichtig ist außerdem, Konzentration und Einwirkzeit zusammen zu denken: Viele Mittel bieten mehrere Anwendungskonzentrationen an, bei denen eine kürzere Einwirkzeit durch eine höhere Konzentration erkauft wird. Welche Kombination gilt, steht auf der Herstellerangabe und im Sicherheitsdatenblatt, dort sind die geprüften Werte hinterlegt. Wer diese Angaben einmal in den Reinigungsplan überträgt, muss nicht bei jedem Ansetzen neu nachschlagen.
Die häufigsten Fehler
- Einwirkzeit nicht eingehalten: Fläche zu früh trockengewischt, die Desinfektion wirkt dann nicht
- Auf Schmutz desinfiziert: ohne Vorreinigung schirmt Schmutz die Keime ab
- Falsch dosiert: zu schwach (unwirksam) oder zu stark (Rückstände, Kosten)
- Auf die Fläche gesprüht statt aufs Tuch, Aerosol und ungleichmäßige Verteilung
- Gleiches Tuch für mehrere Bereiche: Keimverschleppung, besser das 4-Farben-System nutzen
- Mittel gemischt: verschiedene Produkte nie kombinieren, Wirkverlust oder gefährliche Reaktionen
Welches Mittel, und woran erkenne ich Qualität?
Für die gewerbliche Routine sollte ein Flächendesinfektionsmittel VAH-gelistet sein und das passende Wirkspektrum haben (bakterizid, levurozid, je nach Bedarf begrenzt viruzid). Was die Listen und Wirkbereiche genau bedeuten, erklärt der Beitrag VAH- und RKI-Liste verständlich erklärt.
Bei Flächen mit normaler Verschmutzung sind Desinfektionsreiniger praktisch, sie reinigen und desinfizieren in einem Arbeitsgang. Unsere geprüften Mittel inklusive Sicherheitsdatenblatt finden Sie in der Kategorie Desinfektion. Welche Mengen Ihr Betrieb braucht, schätzt der Bedarfsrechner, oder fragen Sie uns für die Pflege und Gastronomie direkt.
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Häufige Fragen zur Flächendesinfektion
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